Van Morrison: „Ballerina“ – Spread your wings Come on fly awhile

Hätte ich das Vinyl, später die Scheibe und den digitalen Download nicht schon längst in meiner Sammlung – teilweise seit Jahrzehnten – würde ich sofort losrennen und mir die Astral Weeks von Van Morrison besorgen/shoppen. Zählt es doch zu dem komplexesten Alben, die je geschrieben, vertont wurden. Eine bis dahin kaum gehörte Fusion von Folk, Blues und Jazz, so die Kritiker. Aufgenommen 1999 Astral Weeks, Moondance, Gloria Grammy Hall of Fame, 2003 Aufnahme in die Songwriters Hall of Fame, 2007 Brown Eyed Girl Grammy Hall of Fame und seit 2008 in der Liste der Rolling Stone’s 100 Greatest Singers of All Time platzierte sich Van Morrison auf Platz 24. Was für eine Vita!

Van Morrison – Musiker, Sänger und Komponist

Van Morrison (* 31. August 1945 in Belfast; eigentlich George Ivan Morrison) ist ein nordirischer Musiker, Sänger und Komponist. Van wollte schon als Kind Musiker werden. Sein Vater sammelte alte Jazz- und Bluesplatten, die ihn offenbar früh beeinflussten. Im Alter von sechs Jahren ging er mit seinem Vater in Plattenläden und hörte die Musik von Mahalia Jackson, Fats Domino, Muddy Waters, John Lee Hooker, Ray Charles und vielen anderen. Außerdem besuchte er mit seiner Mutter häufig Gottesdienste, in denen Gospelmusik gespielt wurde. Mit zwölf Jahren gehörte er bereits der Band Deannie Sands And The Javelins an. Zu Beginn der 1960er Jahre spielte er in der Band The Monarchs Saxophon und Mundharmonika und absolvierte bereits als Teenager Tourneen in der Bundesrepublik Deutschland und Schottland.

Die 1960er-Jahre

1964 wurde Van Morrison Frontmann der Rockband Them, die eine Reihe von Hits hatte, unter anderem Gloria, Here Comes the Night und It’s All Over Now, Baby Blue, die Coverversion einer Bob-Dylan-Komposition. Nachdem er bei Them ausgeschieden war, bot ihm der Musikproduzent Bert Berns aus New York einen Vertrag für eine Solokarriere an.

Them: It’s All Over Now, Baby Blue

Bob Dylan: It’s All Over Now, Baby Blue

Mit Studiomusikern nahm Morrison 1967 ein Album auf, das mit Brown Eyed Girl einen Hit enthielt. Als Berns plötzlich an einem Herzinfarkt starb, sah sich Morrison gezwungen, die Plattenfirma zu wechseln. Später erhob er schwere Vorwürfe gegen Berns und klagte noch 25 Jahre später über die „Haie“ im Musikgeschäft.

The Lyrics: Van Morrison – Ballerina

Spread your wings
Come on fly awhile
Straight to my arms
Little angel child
You know you only
Lonely twenty-two story block
And if somebody, not just anybody
Wanted to get close to you
For instance, me, baby
All you gotta do
Is ring a bell
Step right up, step right up
And step right up
Ballerina
Crowd will catch you
Fly it, sigh it, try it

Well, I may be wrong
But something deep in my heart tells me I’m right and I don’t think so
You know I saw the writing on the wall

When you came up to me
Child, you were heading for a fall
But if it gets to you
And you feel like you just can’t go on

All you gotta do
Is ring a bell
Step right up, and step right up
And step right up
Just like a ballerina
Stepping lightly

Alright, well it’s getting late
Yes it is, yes it is
And this time I forget to slip into your slumber
The light is on the left side of your head
And I’m standing in your doorway
And I’m mumbling and I can’t remember the last thing that ran through my head

Here come the man and he say, he say the show must go on
So all you gotta do
Is ring the bell
And step right up, and step right up
And step right up
Just like a ballerina, yeah, yeah
Crowd will catch you
Fly it, sight it, c’mon, die it, yeah
Just like a ballerina
Just like a, just like a, just like a ballerina

Get on up, get on up, keep a-moving on, little bit higher, baby
You know, you know, you know, get up baby
Alright, a-keep on, a-keep on, a-keep on, a-keep on pushing
Stepping lightly
Just like a ballerina
Ooo-we baby, take off your shoes
Working on
Just like a ballerina

Das Audio-File



Eine frühe live Version

Astral Weeks entsteht

Bis zu dem 2005 erschienenen Album Magic Time kochte dieses Thema in vielen seiner Songs immer wieder hoch. Innerhalb von nur drei Tagen nahm Morrison 1968 mit Jazzmusikern das stilistisch ungewöhnliche Album Astral Weeks auf. Es entstand eine bis dahin kaum gehörte Fusion von Folk, Blues und Jazz. Das Album verkaufte sich eher mäßig, gilt aber noch heute als eines seiner wichtigsten. Das darauf folgende Album Moondance enthält mit dem Titelsong einen von Van Morrisons Klassikern. Über drei Jahrzehnte hinweg hat er diesen Song in zahlreichen Konzerten gespielt und immer wieder neu arrangiert.

Tochter Shana tritt in seine Fußstapfen

1967 heiratete er die Schauspielerin und Ex-Model Janet Planet (bekannt als Janet Rigsbee, heute Janet Morrison Minto), mit der zusammen er die 1970 geborene Tochter Shana hat, die später ebenfalls Sängerin/Songwriterin wurde. 1973 wurde die Ehe geschieden. Mehr bei Wikipedia…

Seine größten Erfolge/Auszeichnungen

Grammy Award
1996 Grammy Best Pop Collaboration with Vocals für Have I Told You Lately That I Love You? mit The Chieftains
1998 Grammy Best Pop Collaboration with Vocals für Don’t Look Back mit John Lee Hooker
Grammynominierungen
1983 Nominierung Grammy Best Rock Instrumental Performance für Scandinavia
1989 Nominierung Grammy Best Traditional Folk Recording für Irish Heartbeat mit The Chieftains
1995 Nominierung Grammy Best Rock Vocal Performance – Male für In the Garden/You Send Me/Allegheny
1999 Nominierung Grammy Best Pop Collaboration with Vocals für Shenandoah mit The Chieftains
2005 Nominierung Grammy Best Contemporary Blues Album for What’s Wrong with This Picture?
Sonstige
1993 Aufnahme in die Rock´n´Roll-Hall of Fame
1994 Brit Awards Outstanding Contribution
1999 Astral Weeks, Moondance, Gloria Grammy Hall of Fame
2003 Aufnahme in die Songwriters Hall of Fame
2007 Brown Eyed Girl Grammy Hall of Fame
2008 In der Liste der Rolling Stone’s 100 Greatest Singers of All Time platzierte sich Van Morrison auf Platz 24.


Van Morrison – Ballerina / Move On Up (live at the Hollywood Bowl, 2008)

Astral Weeks – Bedeutung der Lieder

Alle Stücke wurden von Van Morrison komponiert

„Astral Weeks“ – 7:00
„Beside You“ – 5:10
„Sweet Thing“ – 4:10
„Cyprus Avenue“ – 6:50
„The Way Young Lovers Do“ – 3:10
„Madame George“ – 9:25
„Ballerina“ – 7:00
„Slim Slow Slider“ – 3:20


Astral Weeks
Zu „Astral Weeks“ meinte Morrison, dass er einer der Songs wäre, bei denen man „Licht am Ende des Tunnels sieht“, der von der Möglichkeit von Wiedergeburt nach dem Tod und der Transformation von Energie handele („To lay me down, In Silence easy, To be born again“, …, „In another time, in another place“). Song und Titel entstanden 1966 in Belfast, als Morrison Zeichnungen mit Sternenkarten des Malers Cezil McCartney sah. Es ist von einer Frau und ihrem Kind die Rede und vom Gefühl der Fremdheit (Ain´t nothing but a stranger in this world). Die Zeile „Talking to Huddie Ledbetter“ spielt auf Morrisons musikalisches Vorbild den Bluessänger Lead Belly an, dessen Poster er ständig mit sich führte. Sein Trio-Partner John Payne, der hier an der Flöte einsprang, behauptete später, er hätte den Song vorher nie gehört und dieser sei ohne Probe in einem Take aufgenommen worden.


„Beside you“ ist nach Van Morrison ein Song, den man für ein Kind oder jemanden, den man liebt, singt. Der Junge, an den sich der Song wendet (Beside you, oh child, to never never never wonder why) und der in die Nacht hinauswandert, ist der von Morrison adoptierte Sohn seiner damaligen Ehefrau Janet. Gemischt ist dies auch mit Erinnerungen Morrisons an seine eigene Kindheit. Begleitet wird Morrison von Davis Bass, der akustischen Gitarre Berliners und dem Flötisten des ersten Aufnahmetags.


Sweet Thing
„Sweet Thing“ handelt von seiner Frau Janet, die er 1966 auf der US-Tour kennenlernte und von der er danach während eines Jahres in Belfast getrennt war. Nach Morrison ein romantisches Liebeslied. Es setzt mit seiner vorwärtsdrängenden Streicherbegleitung auf dem Album einen optimistischen Akzent.


Cyprus Avenue
„Cyprus Avenue“ handelt nach Van Morrison von einer Straße gleichen Namens in Belfast, in der wohlhabendere Leute wohnten, entfernt von dem Milieu, in dem Van Morrison aufwuchs, aber in seiner Nachbarschaft. Für ihn ein mystischer Ort, an dem er nachdenken konnte. Es war in den 1970er Jahren regelmäßig das Schlußstück von Van Morrisons Konzerten, bevor er mit „Its too late to stop now“ von der Bühne ging. Van Morrison wird in der Aufnahme von Flöte (nicht John Payne), Violine und Larry Fallon am Cembalo begleitet.


The Way Young Lovers Do
„The Way young lovers do“, ein up-tempo Stück, ist der am meisten Jazz-beeinflusste Teil des Albums, auch in kurzen Scat-Einlagen Morrisons spürbar, z.B. bevor die Musik ausblendet. Begleitet wird er von Bläsern und Vibraphon sowie von Barry Kornfeld auf Gitarre.


Madame George
„Madame George“ ist einer der berühmtesten Songs des Albums, gleichzeitig das längste Stück mit neuneinhalb Minuten. Wie Cyprus Avenue ist er nach Bekunden von Morrison in einem „Stream of Consciousness“ entstanden. Um wen es sich bei der/dem besungenen Madame George bzw. Madame Joy, wie der Titel nach Aussage Morissons ursprünglich lauten sollte, handelt, bleibt offen. Die Vermutung, es wäre ein Transvestit, wie der Titel nahelegt, hat Van Morrison in einem Interview bestritten. Der Song verbreitet eine Abschiedsstimmung („Say goodbye to Madame Joy“) und ist von Erinnerungen an Belfast durchzogen – der Song beginnt wieder „with a childlike vision“ in Cyprus Avenue, weitere Kindheitserinnerungen folgen („On the train from Dublin up to Sandy Row, Throwing pennies at the bridges down below“). Begleiter ist Payne auf der Flöte, weiters Violinen und Basslinien von Richard Davis im Hintergrund. Bekannt ist auch die spätere Cover-Version von Marianne Faithfull.


Ballerina
„Ballerina“ ist ein weiteres Liebeslied, nach Van Morrison geschrieben 1966 in einem Hotel in San Francisco mit dem Bild einer Balletttänzerin vor Augen. Zu der Zeit lernte er seine Frau Janet kennen und tourte mit Them, mit denen er es auch einmal in Hawaii aufführte.


Slim Slow Slider
„Slim Slow Slider“, das Schlußstück, handelt nach Van Morrison von jedem, der in einer großen Stadt wie London gestrandet ist, oder auf Drogen ist und im Liedtext ist vom Sterben die Rede (I know you´re dying, baby, and I know you know it too). Paynes Sopransaxophon ist im Hintergrund zu hören, am Ende ist der Beginn von fünf bis zehn Minuten „instrumental jamming, semi-baroque and jazz stuff“[19] zu hören, von Merenstein abgeschnitten.


VanMorrison.com


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  1. van Morrison… astral…

    …“all you gotta do
    Is ring a bell“…

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