The Velvet Underground – Lou Reeds Kakophonie

„Lou Reed und Velvet Underground brachten den Intellektualismus in die Rockmusik. Das Erstaunliche: Sie loteten das Genre dafür von seiner primitivsten Seite aus. Ein Akkord pro Song war optimal, zwei Akkorde waren gerade noch okay, drei wurden von Reed schon als Jazz verhöhnt“, schreibt der Spiegel. Ohne Velvet Underground also keine Sex Pistols, kein Nirvana, kein Radiohead.

Wenngleich die weniger experimentellen Alben The Velvet Underground und Loaded von renommierten Kritikern wie Lester Bangs positiv bewertet wurden, wurde das allgemeine Interesse an der Band erst später geweckt, als Künstler wie David Bowie sie als frühe Inspirationsquelle nannten.

Bis heute nennen zahlreiche Bands, von Sonic Youth bis zu The Strokes, aus Punk, Gothic Rock, New Wave, Industrial und Alternative The Velvet Underground als eines ihrer musikalischen Vorbilder. Mittlerweile ist ihr Einfluss auch vereinzelt im Black Metal neuerer Bands auszumachen.

Später Erfolg

Die Musik von The Velvet Underground wurde erst mehr als ein Jahrzehnt nach ihrer Erstveröffentlichung populär. Etwa zur Zeit der Veröffentlichung ihres Debütalbums wurde die Hippiebewegung mit Bands wie den Beatles von der Nischen- zur Massenkultur. Die nonkonformistischen Velvets stellten das Gegenstück zu den Idealen dieser Bewegung dar.

Aufgrund ihrer experimentellen, rohen Musik und ihrer provokanten Texte über Tabuthemen wie Gewalt, Sadomasochismus, Trans- und Homosexualität oder Drogensucht war die Band ein Kuriosum in den konservativen USA. Sie orientierte sich bis zum Ausstieg von John Cale nur selten am allgemeinen Publikumsgeschmack und war an Chartplatzierungen nicht interessiert.

Mit der von Steve Sesnick betriebenen Hinwendung zum Mainstream änderte sich dies, jedoch blieben Erfolge aus. Sterling Morrison sagte 1969 in einem Interview: „Ich würde es gern sehen, wenn wir eine Hitsingle hätten. Es ist wirklich wichtig, dass man eine hat. Unsere bisherigen Singles sind ein Witz.“

Gründerjahre

The Velvet Underground (VU) war eine experimentelle Rockband aus den 1960er und frühen 1970er Jahren. In ihrer Anfangsformation bestand sie aus Lou Reed (Gitarre, Gesang), John Cale (Bass, Viola, Keyboard und Gesang), Angus MacLise (Bongos, Handtrommeln) und Sterling Morrison (Gitarre). Auf dem Debütalbum spielte Maureen Tucker anstelle von Angus MacLise Schlagzeug, ergänzt wurde diese Formation von Nico (Gesang).

Bekannt wurde die Band als Gruppe von Förderer Andy Warhol (The Factory), der auch ihr Debütalbum mit der gelben Banane produzierte und bezahlte. Ohne das blonde Top-Model und Sängerin Nico hätte es nie einen Plattenvertrag gegeben.

Mit ihren provokanten Texten über Sadomasochismus, Transvestitismus und Drogensucht blieb die Band während ihres Bestehens kommerziell erfolglos. Heute wird sie jedoch als einflussreicher Vorreiter experimenteller Rockmusik angesehen.

Diskografie

1967: The Velvet Underground and Nico
1967: Chelsea Girl
1969: The Marble Index
1970: Desertshore
1974: The End…
1974: June 1, 1974 (mit Kevin Ayers, John Cale und Brian Eno)
1981: Drama of Exile
1981: Lüül: Lüül (Gesang bei “Reich der Träume”)
1982: Do or Die: Diary 1982 (Nico in Europe)
1984: Camera Obscura
1985: Nico Live in Pécs
1986: Live Heroes
1986: Behind the Iron Curtain
1987: Nico in Tokyo

Posthum

1989: Hanging Gardens
1994: Heroine
1994: Fata Morgana (Nico’s Last Concert), live 1988.
1998: The Classic Years
2002: Innocent and Vain
2007: All Tomorrow’s Parties (live 1983, Doppelalbum)
2007: Nico: The Frozen Borderline

Quelle Wikipedia: Die gesamte Bio- und Discografie bei Wikipedia

Der Spiegel:

„Walk on the Wild Side“: Velvet-Underground-Sänger Lou Reed gestorben

Von Christian Stöcker

Mit seiner unvergleichlichen Stimme, seinem Gitarrensound und bitterbösen Texten prägte Lou Reed nicht nur Andy Warhols „Velvet Underground“. Er war einer der letzten ganz Großen aus der Ära, als aus dem Rock’n’Roll eine Kunstform wurde.

Quellen: Der Spiegel, Wikipedia, Internet, Cover

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