Have a love affair or just friends: Curtis Harding – Next Time

Soul! Und dann noch Power! Große Vergleiche sind hier im Spiel: Curtis Mayfield, Otis Redding, Bill Withers sind nur einige Namen, die hier in der kleinen Presseschau einer längst vergangenen Musikepoche bemüht werden. Ein entspannt groovender Walking Bass und eine abgewirtschaftete Schweineorgel setzen den Opener „Next Time“ nachhaltig in Gang. Subtile Bläser und eine akustische Gitarre vervollständigen den rauchigen, an Creedence Clearwater Revivals Southern-Rock angelehnten Track. Mit kühlem Herzschmerz stabilisiert Harding den Song. „They say it’s never over / They say it’s never fair / I don’t know if that’s true / I don’t even care.“

Fürwahr, er besitzt die Kraft des Souls!

Curtis Harding hat „Soul Power“. Doch nicht etwa diese Art von Soul, den Sharon Jones, Charles Bradley oder Lee Fields uns seit einigen Jahren kredenzen. Der Sohn einer Gospelsängerin bedient sich zwar bei den selben Elementen der 1960er und 1970er, findet aber zwischen Soul, Blues, Gospel, Disco und Funk sein ganz eigenes, vom Garage-Rock durchzogenes Klangbild.

Einflüsse: Curtis Mayfield, Otis Redding, Bill Withers

Harding muss sich nichts beweisen. Anstatt die Ellbogen auszufahren und gegen seine Band anzuzetern, singt er mit ihnen. Musik und Gesang harmonieren. Niemand drängt sich in den Vordergrund. In den kantigen Songs wechselt seine warme, flexible Stimme zwischen den Einflüssen von Namensvetter Mayfield, Otis Redding, Bill Withers und einem jungen und noch ambitioniertem Lenny Kravitz, ohne zu einer bloßen Kopie zu verkommen. „Soul Power“ durchfließen Respekt und Verständnis für eine zurückliegende Musikepoche, ohne in Nostalgie zu verkrusten.

Veröffentlicht am 14.01.2014
INTRODUCING CURTIS HARDING
NEXT TIME / BURGER RECORDS
SAINT LAURENT MUSIC PROJECT
CURTIS AND GRACE
LOS ANGELES
JANUARY 2014

Abgewirtschaftete Schweineorgel

Ein entspannt groovender Walking Bass und eine abgewirtschaftete Schweineorgel setzen den Opener „Next Time“ nachhaltig in Gang. Subtile Bläser und eine akustische Gitarre vervollständigen den rauchigen, an Creedence Clearwater Revivals Southern-Rock angelehnten Track. Mit kühlem Herzschmerz stabilisiert Harding den Song. „They say it’s never over / They say it’s never fair / I don’t know if that’s true / I don’t even care.“ Review von Sven Kabelitz…

curtis01

Album der Woche: Curtis Harding – “Soul Power”
12.01.2015 von Redaktion
Curtis Harding – Soul PowerVÖ: 16. Januar 2015
Web: curtisharding.com
Kaufen: artistxite-Shop

Meeresforscher – das war der Traumberuf des kleinen Curtis Harding aus Michigan. Und doch sollte sich alles anders entwickeln. Seine Mutter, eine leidenschaftliche Gospelsängerin, prägt die ersten Lebensjahre: Mit ihr und seiner Schwester tourt der Junge durch das Land, von Auftritt zu Auftritt, und bei jeder Gelegenheit wird gesungen.

Die Gitarre hat Schuld

Mit neun Jahren fällt Curtis zum ersten Mal eine Gitarre in die Hände. Ab diesem Moment ist es ihm klar: “I’ve always loved music, so I just kind of fell into it … Just like if your mother’s a doctor, your father’s a doctor, you might become a doctor. Keeping with tradition.”

Undurchsichtig und unglaublich cool

Dass der Ozean trotzdem seine Spuren hinterlassen hat, wird auf dem Cover von “Soul Power”, seinem Debütalbum, deutlich: “Under Water” steht in großen Lettern als Tattoo auf seinem Hals. Er zieht genüsslich an einer Zigarette, sein Blick undurchsichtig. Und unglaublich cool. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man hier eine Zigarettenwerbung vor sich haben.

Auf Tour

Er hat es weit gebracht: Als Backgroundsänger und Songwriter für CeeLo Green wächst in ihm der Entschluss, sich hauptberuflich auf die Musik zu konzentrieren. Im Mai 2014 erschien das Debütalbum bereits in den USA, hochrangige Musikerkollegen wie Iggy Pop und Jack White sind begeistert. Letzterer nimmt ihn sogar mit auf Tour.

Das Audio-File

Curtis Harding – „Soul Power“

(Anti-/Indigo, seit 16. Januar)

Wenn Background-Sänger, die ihr bisheriges Bühnenleben zwangsläufig 20 feet from stardom (sehr guter Film übrigens) verbracht haben, das Rampenlicht suchen, wird’s oft ein bisschen krampfig. Das konnte man schon des Öfteren bei Casting-Shows wie „X-Factor“ beobachten, wenn dann der verwitterte Crooner aus der zweiten Reihe kurz vor Karriere-Schluss oder mitten in der Midlife-Crisis nochmal nach vorne drängelt: Das ganze Elend fragiler Musikerseelen, gebündelt in drei, vier Minuten Sendezeit, sehr betrüblich das.

Coole Freunde

Curtis Harding war lange Background-Sänger von Cee-Lo Green, sein Vorteil ist allerdings, dass er ein junger Bursche ist und noch am Anfang seiner Karriere steht, man denke: Hendrix nach seinem Abschied bei den Isleys, auch wenn Harding natürlich nicht halb das Genie ist, das Hendrix war. Aber er hat die richtigen, die coolen Freunde: Jack White nahm den Sohn einer evangelikalen Gospelsängerin mit auf Tournee und preist ihn seitdem an, wo er kann.

Außerdem ist Harding ein Kumpel von Black-Lips-Gitarrist Cole Alexander, der auch auf dem einen oder anderen Song auf „Soul Power“ zu hören ist. Alexander wiederum ist ein Kumpel von Black-Keys-Drummer Pat Carney – Einflüsse, die Songs wie „I Don’t Wanna Go Home“, „Drive My Car“ oder „Surf“ mal in Richtung Garagenrock-Lärm, mal nach Psychedelia-Verspultheit klingen lassen.

Die Socials

https://www.facebook.com/pages/Curtis-Harding/1392287757658766?sk=info&tab=page_info

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http://www.curtisharding.com/


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